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Mexiko Politik
Seit seiner
Unabhängigkeit im Jahr 1821 und der Ausrufung der Republik im Jahr 183
ist Mexiko eine präsidiale Bundesrepublik, basierend auf einer
föderalistischen Staatsform mit einem Zweikammersystem ("Congreso de
la Unión") – zum einem dem Senat, der aus 128 Mitgliedern besteht,
sowie dem 500 Mitgliedern umfassenden Abgeordnetenhaus. Die zurzeit
gültige Verfassung stammt aus dem Jahr 1917 und wurde zuletzt 2002
modifiziert. Die Verfassung von Mexiko sieht dabei eine strikte
Trennung von Kirche und Staat vor. Das bedeutet auch, dass Angehörige
von religiösen Berufen nicht in öffentliche Ämter gewählt werden
dürfen.
Die Exekutive liegt beim
direkt gewählten Staatspräsidenten, der auf sechs Jahre gewählt wird
und danach nicht wieder zum Staatspräsidenten
gewählt
werden kann. Die 30 einzelnen Bundesstaaten werden durch regional
direkt gewählte Gouverneure und Einzelstaatsparlamente regiert. Es
existieren auch einzelne Landesverfassungen.
Ebenfalls in der Hand
des Staatspräsidenten liegt die Gesetzesinitiative, wobei aber auch
der Kongress und auch die regionalen Parlamente miteinbezogen werden
in die Entscheidungen.
Die Unabhängigkeit von
Spanien bedeutete für Mexiko aber keineswegs Freiheit. Immer wieder
musste das Land zahlreiche grausame Kriege über sich ergehen lassen.
Nach der Besetzung durch Frankreich erfuhr Mexiko schließlich auch
noch die Inthronisierung eines
Kaisers Habsburger
Abstammung, der jedoch 1867 durch die Diktatur des Präsidenten Diaz
abgelöst wurde. Diese Diktatur schließlich führte zur mexikanischen
Revolution im Jahre 1911. Von 1929 bis ins Jahr 2000 wurde Mexiko dann
von der PRI, der Partido Revolucionario Institucional regiert.
Derzeitiger Staatschef ist Felipe Calderón, der der Partei PAN
angehört. Bestechung und Korruption sind aber nach wie vor ein sehr
großes Problem in Mexiko. Insbesondere jedoch als die PRI das
politische Leben in Mexiko dominierte, waren Fälschungen von
Wahllisten, mehrfache Stimmabgabe oder Stimmenkauf keine Seltenheit
bei Wahlen in Mexiko. Die Organisation der Wahlen oblag nämlich auch
der PRI.
Mit Wirkung zum 9.
Dezember 2005 wurde in Mexiko die Todesstrafe abgeschafft. Mexiko
verweigert auch Ländern, wie den USA, die Auslieferung von
Straftätern, falls diesen in den USA die Todesstrafe droht, oder aber
eine lebenslängliche Haftstrafe.
Die wirtschaftlichen
Wachstumszahlen des Landes sind vorbildlich. Die Bevölkerung hingegen
bekommt dies nur wenig zu spüren. Wenige werden immer reicher, wohin
gegen die Mehrheit der Bevölkerung immer noch in Armut lebt. Auch die
Politik Felipe Calderóns konnte hier noch nichts wesentliches ändern,
obwohl sich die Regierung Calderón auch im internationalen Kontext zu
Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bekennt.
Mexikos Außenpolitik wird traditionell von den Prinzipien der
Nichteinmischung bestimmt, aber auch des Selbstbestimmungsrechts und
der friedlichen Suche nach einer Lösung in einem Konflikt. Durch seine
zunehmende Bedeutung im Bereich der Wirtschaft hatte Mexiko im
Zeitraum 2002/2003 einen Nichtständigen Sitzes im Sicherheitsrat der
Vereinten Nationen inne. Mit der erneuten Kandidatur für 2009/2010
unterstreicht das Land sein Interesse an aktivem Multilateralismus.
Und auch im Rahmen des so genannten Heiligendamm-Prozesses im Bezug
auf den G8-Gipfel erarbeitet Mexiko mit anderen großen
Schwellenländern und den G8-Ländern Lösungen für Fragen im Bezug auf
finanzielle, technologische und umweltpolitische Kooperationen. Mit
den USA arbeitet Mexiko erfolgreich an der Bekämpfung des
Drogenhandels. Nur in der Frage der Auslieferung von Straftätern sind
sich die USA und Mexiko nicht einig. |