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Mexiko Gesellschaft
87 % der Mexikaner gehören der katholischen
Kirche an. In gewissen Schichten hat die Religion in Mexiko eine sehr
große Bedeutung, insbesondere in den ländlichen Gegenden.
Für die Einwohner der
Großstädte hingegen hat die Religion an Bedeutung verloren. In Mexiko
spielt die Großfamilie eine zentrale Rolle. Sie gilt als Stütze der
Gesellschaft. Familie wird dabei in Mexiko noch weitgehend
traditionell und konservativ verstanden, entsprechend lebt man auch.
Die Familienstrukturen –
sprich das Bild der idealen Familie - hat sich in Mexiko trotz der
verschiedenen Einflüsse seit vielen Jahrhunderten nur wenig geändert.
Auch die
enorme
Bevölkerungsexplosion, die in den 1940er Jahren eingesetzt hat, hatte
– obwohl sie zum Teil sehr große gravierende soziale Veränderungen mit
sich brachte – wenig daran geändert.
Und auch die zunehmende
Industrialisierung, sowie der Ölboom haben an den Grundstrukturen der
idealen mexikanischen Familie nichts ändern können.
Die einzelnen Mitglieder
einer mexikanischen Familien werden nach wie vor sehr stark von der
eigenen Familie geprägt, so dass auch noch nach der Jahrtausendwende,
als es sich in anderen Industrieländern immer mehr herausspiegelte,
dass viele Menschen alleine leben, in Mexiko noch fast 90 Prozent der
Mexikaner in einer Familie leben. In Deutschland hingegen sind ca. 50
Prozent der Haushalte heute Single-Haushalte.
Und auch was die Anzahl
der in einem Haushalt lebenden Menschen anbelangt, so bestehen
zwischen Mexiko und den übrigen Industrienationen erhebliche
Unterschiede. Während ein typischer mitteleuropäischer Haushalt aus
Vater, Mutter und ein, oder zwei Kindern besteht, leben in einem typisch
mexikanischen Haushalt neben Vater und Mutter und Kindern, auch
oftmals noch die Großeltern, die Onkel und Tanten und deren Kinder,
wenn ein Ehepartner verstorben ist. Darüber hinaus auch noch –
jedenfalls wenn die Familie wohlhabend ist – die Hausangestellten, wie
Kindermädchen, Gärtner, Dienstmagd und Chauffeur.
In Mexiko fungiert also
die Großfamilie auch als eine Art Wohlfahrtsinstitution, und zwar noch
vor der Kirche. Gegenüber Verwandten gleicht sie damit die soziale Not
aus, wenn
zum
Beispiel ein Familienangehöriger arbeitsunfähig, krank oder arbeitslos
wird, kann er sich dann auf seine Familie verlassen. Die durch
Krankheit oder Arbeitslosigkeit des Familienangehörigen damit auch in
Not geratene Familie wird dann von der Großfamilie unter Umständen im
Haus aufgenommen und „mit durchgefüttert“.
Diese Herzlichkeit unter
der eigenen Familie tragen die Mexikaner auch an die Touristen weiter.
Viele Touristen sprechen nach ihrer Rückkehr von einem Mexiko-Urlaub
oftmals auch von der Herzlichkeit und Offenheit der Gastgeber.
Irgendwann ist es aber
auch in Mexiko einmal so weit, dass die Kinder den Schoß der
Großfamilie verlassen und eine eigene Familie gründen. Bevor jedoch
Braut und Bräutigam in Mexiko das Haus verlassen, um sich trauen zu
lassen, spricht man zusammen mit den Brauteltern ein Gebet. Erst dann
geht es in die Kirche. Eine mexikanische Hochzeit ist in der Regel
immer ein Großereignis, zu dem viele Gäste kommen. Die Braut trägt
nach alter mexikanischer Tradition entweder ein Brautkleid mit
Schleier, oder aber ein Kleid im Flamenco-Stil mit Rüschen am Saum.
Anstatt Blumen tragen viele einen Fächer in der Hand.
Der Bräutigam zieht in
der Regel einen Anzug im Matadorstil an, bestehend aus einem Bolero,
sowie eng anliegenden Hosen. |